Basilika Santa Maria della Salute Kirche

Die große Votivbasilika von Longhena, errichtet an der Spitze von Dorsoduro nach der Pest von 1630.

Santa Maria della Salute, Carlo Bossoli

Santa Maria della Salute, Votivbasilika

Santa Maria della Salute beherrscht den Eingang zum Canal Grande am östlichen Ende von Dorsoduro. Fast am Wasser gelegen, zwischen dem Canal Grande und dem Markusbecken, bildet ihre große Kuppel eines der Hauptwahrzeichen der Silhouette Venedigs. Von San Marco oder von einem Boot, das das Becken überquert, scheint sie zusammen mit der Punta della Dogana ein wahres monumentales Tor zur Stadt zu bilden.
Aus einer kollektiven Krise heraus entstanden, ist sie zugleich ein großes barockes Monument und der besonders deutlich ablesbare Ausdruck dafür, wie die Republik Venedig ein historisches Ereignis in öffentliche Erinnerung verwandelte.

Die Kirche entsteht direkt aus der schrecklichen Pestepidemie von 1630-1631. Während die Krankheit Venedig schwer trifft, geloben der Doge und der Senat, ein der Jungfrau geweihtes Heiligtum zu errichten, wenn die Epidemie aufhört. Das Projekt wird Baldassare Longhena anvertraut, der ein Gebäude entwirft, das zugleich ein großes Marienheiligtum und ein im Maßstab der Lagune sichtbares Monument sein kann.
Der erste Stein wird am 1. April 1631 gelegt. Die Baustelle begleitet fast die gesamte Karriere von Longhena und wird nach seinem Tod fortgesetzt; die Kirche wird schließlich am 9. November 1687 geweiht. Sie erhält erst 1921 offiziell den Titel einer Basilika, aber ihre religiöse und bürgerliche Bedeutung war längst etabliert.

Architektur und Besichtigung

Die Architektur basiert auf einem großen zentralen Achteckgrundriss. Um den Hauptraum herum öffnen sich sechs Kapellen, während ein zweites, kleineres Volumen, das ebenfalls von einer Kuppel bedeckt ist, das Sanktuarium und den Altarraum bildet. Außen vervielfacht Longhena die großen Voluten, die die Trommel, die Giebel und die Statuen stützen. Die breite Treppe, die fast bis zum Wasser hinabführt, verstärkt zusätzlich den monumentalen Charakter des Ensembles.

Trotz dieser spektakulären Architektur wirkt das Innere relativ hell und geordnet. Der graue Stein unterstreicht die großen weißen Massen des Gebäudes, und das Licht fällt von der Trommel der Kuppel in den zentralen Raum. Der Blick wird allmählich auf den Hochaltar gelenkt, den Mittelpunkt des Sanktuariums und eine direkte Erinnerung an den Grund, warum die Kirche gebaut wurde.

Bemerkenswerte Tatsache

Jedes Jahr am 21. November erneuert das Fest der Madonna della Salute das Gelübde von 1630. Tausende Venezianer begeben sich noch immer zum Heiligtum, traditionell über eine temporäre Votivbrücke, die über den Canal Grande zwischen dem Bereich von Santa Maria del Giglio und dem von San Gregorio errichtet wird. Die Feier bleibt damit eine der großen lebendigen religiösen Traditionen Venedigs.

Die Skulpturengruppe des Hochaltars, geschaffen von Giusto Le Court, stellt das Gelübde von Venedig dar: Die Jungfrau erscheint mit dem Kind, während eine Figur, die die Stadt personifiziert, vor ihr kniet und ein Engel die Pest vertreibt. In der Mitte befindet sich die Ikone der Mesopanditissa, ein Marienbild aus Candia, dem heutigen Heraklion auf Kreta, das 1670 von Francesco Morosini nach Venedig gebracht wurde.

Die Salute ist auch ein wichtiger Ort für die venezianische Malerei. Sie bewahrt insbesondere das Pfingsten von Tizian sowie mehrere seiner großen biblischen Kompositionen, darunter David und Goliath, Abraham und Isaak und Kain und Abel. In der Sakristei befinden sich auch die Hochzeit zu Kana, gemalt von Tintoretto im Jahr 1561, eine große Komposition, die um Perspektiv- und Lichtspiele herum aufgebaut ist.

Der Besuch wird auch im Außenbereich in vollem Umfang sinnvoll. Vom Vorplatz aus umfasst der Blick den Canal Grande, das Markusbecken, San Giorgio Maggiore und das monumentale Ufer von San Marco. Nur wenige Schritte genügen, um dann die Punta della Dogana zu erreichen: Man versteht, warum Longhena nicht nur eine Kirche entworfen hat, sondern ein Monument, das vollständig am städtischen Erscheinungsbild Venedigs teilhaben sollte.

Quellen und weitere Informationen

Karte und Route

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