Murano Stadtviertel Insel
Murano verdient weit mehr als einen kurzen Zwischenstopp, um einer Glasbläservorführung beizuwohnen. Die Insel bewahrt eine starke handwerkliche Identität, ein bemerkenswertes religiöses Erbe und eine Geschichte, die eng mit der wirtschaftlichen Macht Venedigs verbunden ist. Zwischen Kanälen, alten Palästen, Werkstätten und Kirchen bietet sie ein ruhigeres und arbeitsameres Bild der Lagune. Der Besuch ermöglicht vor allem zu verstehen, wie aus einem lokalen Handwerk im Laufe der Jahrhunderte eines der berühmtesten Symbole Venedigs wurde.
Murano, die Insel des Glases
Etwa einen Kilometer nördlich von Venedig gelegen, ist Murano keine einzelne Insel, sondern eine Ansammlung kleiner Inselchen, die durch Kanäle getrennt und durch Brücken verbunden sind. Ihre Physiognomie erinnert an die Venedigs, in einer bescheideneren und industrielleren Version: niedrige Häuser, von Werkstätten gesäumte Ufer, alte Kirchen und ein lokaler Canal Grande, der das Herz der Stadt durchquert.
Murano ist weltweit für die Glasverarbeitung bekannt. Die Hauptstraßen beherbergen heute Geschäfte, Glasbläservorführungen und Objekte von sehr unterschiedlicher Qualität, von Stücken großer Meister bis hin zu in Serie gefertigten Souvenirs. Man muss daher manchmal über die auffälligsten Schaufenster hinausblicken, um die wahre Muraner Tradition wiederzufinden.
Die Glasmeister genossen einen privilegierten Status, aber ihre Fähigkeiten wurden von der Republik streng überwacht. Ihre Familien bildeten nach und nach eine lokale Elite, während die Herstellungsgeheimnisse in den Werkstätten weitergegeben wurden. Murano wurde so zu einer kleinen Industriestadt mit eigenen Institutionen, Palästen und einer von Venedig verschiedenen Identität.
Ab dem 18. Jahrhundert führten ausländische Konkurrenz und dann der Fall der Republik 1797 zu einer schweren Krise. In den folgenden Jahrzehnten wurden zahlreiche Klöster, Kirchen, Gärten und Wohnhäuser abgeschafft, umgestaltet oder aufgegeben. Die Glaskunst erlangte jedoch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts neue Vitalität, bevor sie sich durch Künstler und Häuser wie Venini, Seguso oder Barovier & Toso mit modernem Design verband.
Sehenswürdigkeiten in Murano
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Das Glasmuseum befindet sich im Palazzo Giustinian, der ehemaligen Residenz der Bischöfe von Torcello, und zeichnet mehr als ein Jahrtausend Glasgeschichte nach. Seine Sammlungen umfassen antike Stücke, Meisterwerke der Renaissance, Spiegel, Perlen sowie moderne und zeitgenössische Schöpfungen.
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Die Basilika Santi Maria e Donato wurde im 12. Jahrhundert weitgehend wiederaufgebaut und ist das wichtigste historische und religiöse Denkmal Muranos. Ihre romanische Apsis, die zum Kanal hin ausgerichtet ist, ihr bemerkenswerter Mosaikfußboden und die große Madonna auf goldenem Grund in der Apsis zählen zu den mittelalterlichen Schätzen der Lagune.
- Die Glasöfen und Werkstätten : mehrere echte Glashütten von Murano öffnen ihre Ateliers für die Öffentlichkeit, in der Regel nach Voranmeldung. Einige erlauben es einfach, den Meistern am Ofen zuzusehen, während andere detaillierte Führungen oder Einführungen in das Glasblasen, Modellieren und in die Murrine anbieten. Für eine authentischere Entdeckung ist es besser, eine identifizierte Glashütte zu bevorzugen und zu prüfen, ob die Produktion tatsächlich auf der Insel erfolgt.
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Die Kirche San Pietro Martire wurde nach einem Brand im 16. Jahrhundert wiederaufgebaut und bewahrt mehrere Werke aus verschwundenen Kirchen und Klöstern von Murano. Man kann dort insbesondere Gemälde von Giovanni Bellini, Veronese und aus der Werkstatt Tintorettos entdecken.
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Der Canal Grande von Murano durchquert die Insel und verbindet ihre Hauptbereiche. Er ist gesäumt von Kais, alten Gebäuden aus der Glasindustrie, Häusern und einigen Palästen. Eine Fahrt entlang des Kanals ermöglicht es, die städtebauliche Struktur Muranos und eine ruhigere Atmosphäre zu entdecken, sobald man sich von den Hauptanlegestellen entfernt.
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Der Palazzo da Mula : dieses gotische Wohnhaus mit eleganten, skulptierten Fenstern erinnert daran, dass Murano nicht nur eine Insel der Öfen und Werkstätten war. Die venezianischen Patrizierfamilien besaßen dort einst Sommerresidenzen, die von Gärten umgeben waren.
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Die alten Conterie : dieser bedeutende Industriekomplex zeugt von der Zeit, in der Murano in großem Maßstab Glasperlen für den internationalen Handel produzierte. Die Società Veneziana Conterie, die Ende des 19. Jahrhunderts gegründet wurde, beschäftigte mehrere tausend Menschen bis zu ihrer Schließung 1993; ein Teil des Geländes wurde inzwischen restauriert und umgenutzt.
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Der Leuchtturm von Murano wurde im 20. Jahrhundert aus Stein wiederaufgebaut und erhebt sich in der Nähe der Vaporetto-Haltestelle Murano Faro. Seine weiße Silhouette markiert das östliche Ende der Insel und erinnert an die beständige Rolle Muranos im Verkehr der Lagune.
Weitere bemerkenswerte Orte
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Santa Maria degli Angeli : eine alte Renaissance-Kirche, die mit einem bedeutenden Frauenkloster verbunden war, bewahrt eine Geschichte, die eng mit den großen Familien Muranos verbunden ist. Ihr Erbe ist von echtem Interesse, aber der Zugang für die Öffentlichkeit ist heute stark eingeschränkt.
Um ein authentisches Stück zu kaufen, ist es besser, sich über die Werkstatt, den Schöpfer und den Herstellungsort zu informieren, als sich nur auf die Angabe „Murano-Stil“ zu verlassen. Das echte Murano-Glas bleibt eine anspruchsvolle handwerkliche Produktion; eine Figur, die für ein paar Euro zwischen Magneten und Schlüsselanhängern verkauft wird, hat wahrscheinlich einen weniger prestigeträchtigen Weg hinter sich.
Orte in Murano
7 Orte in diesem Stadtviertel.
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Museum
Glasmuseum
Im Palazzo Giustinian untergebracht, zeichnet das Glasmuseum acht Jahrhunderte der Geschichte der Glasmacherkunst von Murano nach.
6
Palast
Palazzo da Mula
Einer der seltenen erhaltenen venezianischen gotischen Paläste auf Murano, der heute als Ausstellungsort genutzt wird.