Basilika Santi Maria e Donato Kirche
Romanisch-byzantinische Kirche aus dem 12. Jahrhundert, berühmt für ihre Apsis und ihren außergewöhnlichen Mosaikboden.
Santi Maria e Donato, romanisch-byzantinisches Juwel von Murano
Unter den ältesten Denkmälern der Lagune stellt die Basilika Santi Maria e Donato eines der wichtigsten Zeugnisse des mittelalterlichen Murano dar. Eine erste Kirche soll hier bereits in den ersten Jahrhunderten der Besiedlung der Lagune existiert haben; das Gebäude wurde dann im 12. Jahrhundert tiefgreifend umgebaut, zu einer Zeit, als Venedig seine politischen, wirtschaftlichen und künstlerischen Verbindungen zur byzantinischen Welt bekräftigte.
Ursprünglich der Jungfrau Maria geweiht, erhielt die Kirche ihre Doppelwidmung nach der Ankunft der Reliquien des heiligen Donatus im Jahr 1125, die von Kefalonia im Gefolge der Expedition des Dogen Domenico Michiel in den Osten gebracht wurden. Der anschließende Wiederaufbau verlieh der Basilika den wesentlichen Teil ihres heutigen Charakters, an der Schnittstelle zwischen westlichen romanischen Traditionen und byzantinischer Kunst.
Eine der bemerkenswertesten Apsiden der Lagune
Von außen ist es vor allem der zum Kanal hin orientierte Chor, der die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Die polygonale Apsis wird von zwei Reihen von Arkaden, Nischen, Marmorsäulchen und geometrischen Friesen belebt, die mit dem Kontrast zwischen rotem Backstein und hellem Stein spielen. Diese östliche Fassade, viel reicher als der westliche Eingang, ist zum charakteristischsten Bild der Kirche geworden.
Der freistehende Backsteinglockenturm neben der Basilika vervollständigt das mittelalterliche Ensemble. Im Inneren führen drei durch Marmorsäulen getrennte Schiffe zur Apsis, während ein hölzernes Dachwerk das Hauptschiff bedeckt. Die Architektur bleibt relativ schlicht, um den Mosaiken den ganzen Raum zu lassen.
Das große Mosaikpflaster von 1141
Der besonderste Schatz von Santi Maria e Donato liegt unter den Füßen des Besuchers. Eine im Kirchenschiff erhaltene Inschrift ermöglicht es, das bemerkenswerte Mosaikpflaster auf September 1141 zu datieren, das aus farbigem Marmor, Porphyr, Serpentin und Glastesserae gefertigt wurde.
Der Boden verbindet Flechtwerke, Kreise und geometrische Figuren mit einer ganzen symbolischen Tierwelt: Pfauen, Greife, Adler, Vögel oder Fabeltiere. Die berühmten Hähne, die einen Fuchs tragen, und die Salomonischen Knoten gehören zu dieser Bildsprache des Mittelalters, deren religiöse Bedeutung einst den Weg der Gläubigen begleitete. Die Erhaltung eines so umfangreichen Ensembles macht das Pflaster zu einem der großen Zeugnisse der Mosaikkunst des 12. Jahrhunderts in der Lagune.
Duomo di Murano
Madonna Orante
Basilika Santi Maria e Donato (Byzantinische Mosaikkünstler, via Wikimedia Commons)
Glockenturm der Kathedrale von Murano
Die betende Madonna und die Reliquien des heiligen Donatus
In der Apsiskalotte erscheint eine betende Madonna auf Goldgrund, die auf die Mitte des 12. Jahrhunderts datiert wird. Stehend, allein in der immensen goldenen Fläche, erinnert Maria direkt an die großen byzantinischen Kompositionen und insbesondere an die künstlerische Tradition, die auch in Torcello sichtbar ist. Ihre Monumentalität kontrastiert mit der relativen Strenge der übrigen Kirche.
Die Kirche bewahrt noch andere mittelalterliche Werke, darunter eine alte Darstellung des heiligen Donatus und mehrere wiederverwendete Skulpturenelemente. Ihr Interesse liegt jedoch vor allem in der Kohärenz des Ganzen: Architektur, Boden und Apsismosaik ermöglichen es, in Murano einen Ausdruck der venezianisch-byzantinischen Kunst zu finden, der älter ist als ein Großteil der Paläste, die heute das Bild Venedigs prägen.
Quellen und weitere Informationen
- Basilica dei Santi Maria e Donato - offizielle Website der Pfarrei, Geschichte und Besuchsinformationen.
- Regione del Veneto - Beni culturali - Denkmalakte der Basilika.
- Fondazione Federico Zeri - Madonna orante - Datierung und Dokumentation des Apsismosaiks.
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