Kirche Santa Fosca Kirche
Romanisch-byzantinische Kirche mit oktogonalem Grundriss, die an die Kathedrale von Torcello angrenzt.
Santa Fosca, das byzantinische Oktogon von Torcello
Wenige Meter von der Kathedrale Santa Maria Assunta entfernt bildet die Kirche Santa Fosca zusammen mit ihr das Herz des alten religiösen Komplexes von Torcello. Ihre genaue Datierung bleibt umstritten: Eine der Heiligen geweihte Kirche ist im Jahr 1011 durch eine Schenkungsurkunde sicher bezeugt, während das heute sichtbare Gebäude allgemein dem 11. und 12. Jahrhundert zugeschrieben wird. Ihre Architektur zeugt von den besonders engen Beziehungen, die die venezianische Lagune damals mit der byzantinischen Welt unterhielt.
Der Grundriss ist komplexer als ein einfaches Oktogon: Die Kirche hat die Form eines griechischen Kreuzes, das um einen zentralen Raum organisiert ist. Acht Marmorsäulen, die in einer achteckigen Form angeordnet sind, tragen die Bögen, die den Übergang zur kreisförmigen Trommel der Überdachung bilden, die etwa zehn Meter breit ist. Diese in mittelalterlichen Italien außergewöhnliche Lösung weist enge Verwandtschaft mit den mittelbyzantinischen Kirchen Griechenlands auf, insbesondere mit denen von Hosios Loukas und Daphni.
Außen umhüllt ein eleganter Arkadenportikus einen Teil des Gebäudes und verbindet es optisch mit der benachbarten Kathedrale. Die Bögen ruhen auf schlanken Säulen mit skulptierten Kapitellen, während die Apsis einen Ziegelschmuck aus blinden Arkaturen und geometrischen Motiven aufweist. Einige dieser Elemente finden Parallelen in der ostbyzantinischen Architektur, aber auch in der Lagune an der Basilika Santi Maria e Donato von Murano.
Das Innere ist heute viel schlichter als das von Santa Maria Assunta. Sein Interesse liegt vor allem in der Lesbarkeit seiner Struktur: Vom quadratischen Raum der Basis aus folgt der Blick den acht Stützen und dann dem Übergang zum Oktogon, bevor er die kreisförmige Trommel erreicht. Diese fast geometrische Architektur macht Santa Fosca zu einem der eigentümlichsten Zeugnisse von dem byzantinischen Einfluss in der Lagune von Venedig.
Besuch: Santa Fosca befindet sich direkt neben der Kathedrale und lässt sich natürlich im Rahmen desselben Besuchs des monumentalen Komplexes entdecken. Da die Zugangsbedingungen und Öffnungszeiten variieren können, ist es ratsam, sie vor dem Besuch zu überprüfen.
Quellen und weitere Informationen
Museo di Torcello – Città metropolitana di Venezia, für die offizielle Beschreibung des Grundrisses und der Architektur; Venezia Unica – Torcello, für den Kontext des monumentalen Komplexes und des Martyriums; A. Manzo, Santa Fosca in Torcello and the Middle Byzantine Churches in Eastern Mediterranean, eine Studie, die sich mit der Datierung, der oktogonalen Struktur und den Vergleichen mit der griechischen mittelbyzantinischen Architektur befasst.
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