Sammlung Peggy Guggenheim Museum

Ein bedeutendes Museum für moderne Kunst im Palazzo Venier dei Leoni, dem ehemaligen venezianischen Wohnhaus von Peggy Guggenheim.

Landscape With Red Spots No 2, Vassily Kandinsky, 1913

Sammlung Peggy Guggenheim, moderne Kunst in Venedig

Die Sammlung Peggy Guggenheim befindet sich im Palazzo Venier dei Leoni, direkt am Canal Grande, zwischen der Accademia-Brücke und Santa Maria della Salute. Ihre niedrige, langgestreckte Fassade hebt sich von den großen Nachbarpalästen ab und verleiht dem Museum eine intimere, fast häusliche Dimension.
Dieser Maßstab passt gut zur Geschichte des Ortes: Bevor es ein Museum wurde, war der Palast dreißig Jahre lang das venezianische Wohnhaus von Peggy Guggenheim. Man entdeckt hier weniger eine enzyklopädische Sammlung als vielmehr ein Ensemble, das von einer Persönlichkeit zusammengestellt wurde, die direkt in die künstlerischen Avantgarden ihrer Zeit involviert war. Diese Präsenz im Stadtteil Dorsoduro bildet einen besonders interessanten Kontrapunkt zu den historischen Sammlungen der Gallerie dell'Accademia und zur barocken Architektur der Salute. 

Ein unvollendeter Palast, der zum Wohnmuseum wurde

Bemerkenswerte Tatsache

Der Palast sollte ursprünglich fünf Stockwerke hoch werden. Seine Unvollendung, die im 18. Jahrhundert wie ein architektonisches Scheitern hätte wirken können, ist heute eine seiner großen Qualitäten: Seine niedrige Silhouette macht das Museum unter den monumentalen Fassaden des Canal Grande sofort erkennbar.

Der Palazzo Venier dei Leoni wurde 1748 nach einem Entwurf des Architekten Lorenzo Boschetti für die Familie Venier begonnen. Das Gebäude sollte fünf Ebenen umfassen und mit den großen Palästen des Canal Grande konkurrieren, aber die Bauarbeiten wurden nach der Errichtung des unteren Teils unterbrochen. Diese Geschichte erklärt sein ungewöhnliches Aussehen mit einer langen Fassade aus istrischem Stein fast auf Höhe des Wassers.
Peggy Guggenheim kaufte den Palast 1949, ein Jahr nachdem sie ihre Sammlung auf der Biennale von Venedig präsentiert hatte. Sie richtete dort ihre Werke und ihren eigenen Wohnsitz ein und öffnete das Haus ab 1951 an mehreren Nachmittagen pro Woche für die Öffentlichkeit. Sie lebte dort bis zu ihrem Tod im Jahr 1979.

Peggy Guggenheim, Sammlerin und Mäzenin

Das Museum erzählt ebenso eine Kunstgeschichte wie den Werdegang einer Sammlerin. Peggy Guggenheim kaufte nicht nur Kunstwerke: Sie leitete Galerien, organisierte Ausstellungen und unterstützte Künstler direkt. In New York wurde ihre 1942 eröffnete Galerie Art of This Century zu einem wichtigen Treffpunkt zwischen exilierten europäischen Künstlern und der jungen amerikanischen Avantgarde.

Besonders entscheidend war ihre Unterstützung für Jackson Pollock: Sie widmete ihm 1943 seine erste Einzelausstellung und gab ihm einen Vertrag, der es ihm ermöglichte, sich verstärkt der Malerei zu widmen. 1948 machte die Präsentation ihrer Sammlung im griechischen Pavillon der Biennale von Venedig das europäische Publikum auch mit mehreren Vertretern der neuen amerikanischen Malerei bekannt.

Eine Sammlung im Herzen der Avantgarden

Landscape With Red Spots No 2, Vassily Kandinsky, 1913

Landscape With Red Spots No 2
(Wassily Kandinsky, über Wikimedia Commons)

Die Sammlung umfasst mehrere der Bewegungen, die die Kunst der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts tiefgreifend verändert haben: Kubismus, Futurismus, Metaphysische Malerei, europäische Abstraktion, Surrealismus und amerikanischer Abstrakter Expressionismus. Man trifft dort insbesondere auf Picasso, Braque, Kandinsky, Miró, Magritte, Dalí, Max Ernst, Brancusi, Giacometti, Calder oder Jackson Pollock.

Der Reichtum des Ensembles ergibt sich auch aus seinen Gegenüberstellungen. Die europäischen Avantgarden der 1910er bis 1930er Jahre treffen auf die amerikanischen Künstler, die die Malerei nach dem Zweiten Weltkrieg erneuerten. Die Sammlung ermöglicht es so, die künstlerischen Zirkulationen zwischen Paris, London, New York und Venedig zu verfolgen, anstatt nur eine einfache Abfolge nationaler Schulen zu durchlaufen.

Ein Besuch im Maßstab eines Wohnhauses

Der Rundgang bewahrt etwas von diesem ehemaligen Privathaus. Die Räume bleiben von relativ bescheidenen Ausmaßen und ermöglichen eine direkte Begegnung mit den Werken, fernab der Monumentalität mancher großer Museen, mit einer Terrasse auf der Seite des Canal Grande, die den Blick auf Venedig freigibt. Der Rundgang setzt sich im Nasher Sculpture Garden fort, wo Skulpturen und Pflanzen den ehemaligen Garten des Palastes einnehmen.
Das Museum zeigt außerdem Werke aus der Sammlung Hannelore B. und Rudolph B. Schulhof sowie Sonderausstellungen und erweitert den Rundgang über die persönlichen Entscheidungen von Peggy Guggenheim hinaus.

Quellen und weitere Informationen

Karte und Route

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