Punta della Dogana Museum
Der ehemalige Seezoll von Venedig, umgewandelt in einen Ausstellungsraum für zeitgenössische Kunst der Pinault Collection.
Punta della Dogana, vom Seezoll zur zeitgenössischen Kunst
An der Spitze von Dorsoduro bildet die Punta della Dogana eine lange dreieckige Landspitze zwischen dem Canal Grande und dem Giudecca-Kanal, gegenüber dem Markusbecken. Diese spektakuläre Lage ist nicht nur ästhetisch: Sie erklärt die historische Funktion des Ortes, der die Dogana da Mar beherbergte, den Zoll, der die auf dem Seeweg in Venedig ankommenden Waren kontrollierte.
Auch ohne die Ausstellungsräume zu betreten, ist der Spaziergang von der Salute bis zur Spitze der Dogana einen Umweg wert. Nur wenige Orte zeigen so direkt, wie die alte Handelsstadt, die monumentale Architektur und das zeitgenössische Venedig genau denselben Ort einnehmen können.
Venedigs Handelstor
An der Spitze der Dogana tragen zwei Atlanten einen Globus aus vergoldeter Bronze, der von einer Figur der Fortuna gekrönt wird. Da sie so angebracht ist, dass sie sich mit dem Wind dreht, symbolisiert diese Statue treffend die Wechselfälle des Handels und der Schifffahrt.
Eine Zollanlage gab es hier bereits im 15. Jahrhundert, aber das heutige Gebäude wurde im 17. Jahrhundert unter der Leitung von Giuseppe Benoni wiederaufgebaut und 1682 fertiggestellt. Sein Grundriss folgt direkt der Form der Landspitze: Hinter langen, relativ schlichten Fassaden reihten sich die Räume für die Kontrolle und Lagerung der Waren aneinander.
Die Funktion des Gebäudes erinnert an die Bedeutung des Seehandels für die Macht der Republik. Die Schiffe, die in das Markusbecken einfuhren, standen so vor einem Ensemble aus Zoll, Lagerhäusern und, nur wenige Meter entfernt, der monumentalen Basilika della Salute.
Eine ehemalige Zollanlage, umgestaltet von Tadao Ando
Nachdem das weitläufige Gebäude seine Zollfunktion verloren hatte, wurde es schließlich als Zentrum für zeitgenössische Kunst der Pinault Collection ausgewählt. Mit seiner Restaurierung wurde der japanische Architekt Tadao Ando beauftragt, und die Punta della Dogana eröffnete 2009 in ihrer neuen Funktion für die Öffentlichkeit.
Andos Eingriff beruht auf einem bewussten Kontrast zwischen Alt und Zeitgenössisch. Die Backsteinmauern, die Volumen der ehemaligen Lagerhäuser und die großen Holzdachstühle wurden erhalten und restauriert, während neue Elemente aus Sichtbeton mit Zurückhaltung eingefügt wurden. In der Mitte des Rundgangs bildet ein großes Betonvolumen so eine neue Architektur, ohne die historische Struktur des Gebäudes zu verbergen.
Zeitgenössische Kunst und venezianische Landschaft
Die Punta della Dogana beherbergt heute große Wechselausstellungen zeitgenössischer Kunst. Die weitläufigen Säle der ehemaligen Lagerhäuser eignen sich besonders für monumentale Skulpturen und Installationen, aber der Inhalt des Besuchs variiert mit dem Programm: Es ist daher ratsam, sich vor einem Besuch über die aktuellen Ausstellungen zu informieren.
Der Ort ist jedoch ebenso sehr durch seine Lage wie durch sein Museum sehenswert. Wenn man die Spitze umrundet, schweift der Blick vom Dogenpalast und dem Markusglockenturm zu San Giorgio Maggiore und dann zur Giudecca. Die Punta della Dogana ermöglicht es, die Geographie dieses Teils von Venedig sehr deutlich zu erkennen, am Treffpunkt von Canal Grande, Markusbecken und den großen Wasserstraßen der Lagune.
Quellen und weitere Informationen
- Pinault Collection - Punta della Dogana - Geschichte, Architektur und Ausstellungen.
- Pinault Collection - Venice - institutioneller Kontext.
- Atlante Architettura Contemporanea - Punta della Dogana - Ministero della Cultura.