San Nicolò dei Mendicoli Kirche
Eine der ältesten Kirchen von Dorsoduro, verbunden mit dem Arbeiterquartier der Nicolotti. San Nicolò dei Mendicoli fügt sich in eine eingehende Besichtigung des Viertels ein und lässt ein bescheideneres Gesicht Venedigs entdecken, das der Pfarreien, der Handwerke und des Volksgedächtnisses.
San Nicolò dei Mendicoli, Erinnerung an das volkstümliche Venedig
San Nicolò dei Mendicoli befindet sich im westlichen Teil von Dorsoduro, abseits der großen monumentalen Routen, die den Canal Grande säumen. Das Viertel war lange Zeit das von Fischem, Handwerkern und bescheidenen Familien, und die Kirche bewahrt etwas von diesem volkstümlichen Venedig: eine unauffällige Präsenz, eng verbunden mit der Gemeinde, die sie umgibt.
Sie zählt zu den ältesten Kirchen Venedigs. Der Überlieferung nach reichen ihre Ursprünge bis ins hohe Mittelalter zurück, während Quellen einen Wiederaufbau im 12. Jahrhundert belegen. Nach dem Brand, der 1105 einen Teil Venedigs verwüstete, wurde das Gebäude wiederaufgebaut und mehrfach umgestaltet, ohne seine alte basilikale Struktur zu verlieren. Selbst der Ursprung des Namens Mendicoli bleibt umstritten: Er könnte sich von Mendigola, dem alten Namen der Insel, ableiten oder an die bescheidenen Lebensbedingungen der Bewohner der Gegend erinnern.
Die Kirche war jahrhundertelang das religiöse Zentrum der Nicolotti, einer Bevölkerung, die hauptsächlich mit Fischerei und den Aktivitäten der Lagune verbunden war. Diese Identität ging weit über die Pfarrei hinaus: Die Nicolotti bildeten eine der großen Volksgemeinschaften Venedigs und pflegten eine berühmte Rivalität mit den Castellani, die eher mit dem Osten der Stadt und den Berufen des Arsenals assoziiert wurden.
Ein schlichtes Äußeres, ein unerwartetes Inneres
Die Architektur ist außen recht schlicht. Der Backsteinglockenturm aus dem 13. Jahrhundert und der kleine Portikus aus dem 15. Jahrhundert erinnern jedoch an das Alter des Komplexes. Im Inneren führen drei Schiffe, die durch Säulen mit Kapitellen byzantinisch-venezianischer Tradition getrennt sind, zu einer viel reicheren Ausstattung, als die Fassade vermuten lässt.
Ab der Renaissance wurde das Mittelschiff tatsächlich durch eine bemerkenswerte Sammlung geschnitzter und vergoldeter Holzarbeiten, Statuen und Gemälde über den Arkaden umgestaltet. Die Holzdecke erinnert an die Form eines Schiffsrumpfs, während der Hochaltar eine hölzerne Statue des heiligen Nikolaus aus dem 15. Jahrhundert bewahrt. Diese allmähliche Anhäufung von Dekorationen verleiht dem Ort seinen eigentümlichen Charakter: eine alte und fast strenge Architektur, die ein viel theatralischeres Inneres umhüllt.
Die Kirche nimmt einen wichtigen Platz in Don’t Look Now (Wenn die Gondeln Trauer tragen) ein, einem Film von Nicolas Roeg, der 1973 in Venedig mit Donald Sutherland und Julie Christie gedreht wurde. Die Hauptfigur arbeitet dort an der Restaurierung einer Kirche: San Nicolò wurde gewählt, als gerade echte Restaurierungsarbeiten im Gange waren, was den Szenen eine ziemlich außergewöhnliche Authentizität verlieh.
Diese Baustelle war kein einfaches Filmkulisse. Nach den schweren Schäden, die das Hochwasser von 1966 in Venedig verursachte, wurde San Nicolò dei Mendicoli Gegenstand einer wichtigen Rettungskampagne. Ab den 1970er Jahren intervenierten Venice in Peril und der italienische Staat an Struktur, Dächern, Boden, Holzarbeiten und Kunstwerken, bevor sie über mehrere Jahrzehnte verschiedene Arbeiten fortsetzten.
Ein Besuch ermöglicht so, etwas anderes zu entdecken als das Venedig der Paläste und großen offiziellen Aufträge. Hier erzählt das Erbe auch von einer Pfarrei, von Fischem, nachbarschaftlicher Solidarität und einer Bevölkerung mit eigenen Traditionen. Der spektakuläre Charakter des Inneren löscht übrigens nie diesen Eindruck einer tief in ihrer Umgebung verwurzelten Kirche.
San Nicolò dei Mendicoli fügt sich besonders gut in eine langsame Erkundung des Westens von Dorsoduro ein, rund um den Angelo Raffaele und Santa Marta. Es zeigt ein bescheideneres Venedig, das aber sicherlich nicht zweitrangig ist: jenes, dessen Handwerke, Pfarreien und Volksgemeinschaften einen wesentlichen Teil des Lebens der Republik ausmachten.
Quellen und zusätzliche Informationen
- Chorus Venezia – Chiesa di San Nicolò dei Mendicoli – Geschichte, Architektur und Kunstwerke.
- SIUSA – Parrocchia di San Nicola vescovo – Ministero della Cultura.
- Venice in Peril – San Nicolò dei Mendicoli – Restaurierungskampagnen.
- Parrocchie di Dorsoduro – örtliche Pfarreireferenz.
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