Via Garibaldi Straße / Gebiet

Breite, beliebte Straße in Castello, die auf einem verfüllten Kanal angelegt wurde und im Alltag noch sehr lebendig ist. Sie trägt zum volkstümlichen Charakter eines der lebendigsten Sestieri Venedigs bei.

Via Garibaldi, das bewohnte Herz von Castello

Via Garibaldi ist eine der bekanntesten Straßen des Sestiere Castello. Sie ist für Venedig außergewöhnlich breit, belebt von Geschäften, Cafés und Terrassen, und bietet ein alltäglicheres Bild als die Routen rund um den Markusplatz. Bewohner, Familien und Besucher begegnen sich in einer Atmosphäre, die noch stark mit dem Leben des Viertels verbunden ist.

Eine Straße, die aus dem Verschwinden eines Kanals entstand

Die Straße wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts im Rahmen der städtischen Umgestaltungen der napoleonischen Zeit durch die Verfüllung eines Kanals angelegt. Zunächst als Strada Nuova dei Giardini, dann als Via Eugenia bezeichnet, erhielt sie später den Namen von Giuseppe Garibaldi. Dieser Ursprung erklärt ihre ungewöhnliche Breite, ihren geradlinigen Verlauf und ihren Promenadencharakter in einem Viertel, das im Allgemeinen aus viel engeren calli besteht.

Die Wahl des Wortes via ist selbst recht außergewöhnlich: Die meisten venezianischen Straßen werden als calli, salizade oder rughe bezeichnet. Via Garibaldi gehört damit zu den sehr wenigen Straßen des historischen Zentrums, die diese Bezeichnung tragen, zusammen mit der Via XXII Marzo in der Nähe von San Marco.

Das Viertel bewahrt eine volkstümliche und wohnliche Identität, die aus der Nähe zum Arsenal herrührt, das jahrhundertelang eine bedeutende Bevölkerung von Arbeitern, Handwerkern und Seeleuten beschäftigte. Die Lebensmittelgeschäfte, Bars, kleinen Läden und Stände entlang der Straße setzen diese Funktion als Viertelzentrum fort, auch wenn der Touristenandrang während der Veranstaltungen der Biennale zunimmt.

Die Via Garibaldi wird auch von unauffälligeren Gebäuden gesäumt, darunter die Kirche San Francesco di Paola. Sie wurde Ende des 16. Jahrhunderts auf den Fundamenten einer früheren Kirche errichtet und bewahrt insbesondere Werke von Palma il Giovane, Giandomenico Tiepolo und Jacopo Marieschi.

Ein Besuch dort ist also der eines noch lebendigen Stücks Stadt. Man sollte die Fassaden, die Geschäfte, die belebten Cafés und die Durchgänge beobachten, die zu den nahe gelegenen Kanälen führen. An ihrem westlichen Ende trifft die Straße auf das Garibaldi gewidmete Denkmal und setzt sich bis zum Viale Garibaldi und den Gärten von Castello fort.

Via Garibaldi bildet so einen natürlichen Zwischenstopp zwischen dem Arsenal, den Räumen der Biennale, den Giardini und den östlichen Vierteln von Castello. Sie ist auch ein allmählicher Übergang vom monumentalen Venedig zu einer eher Wohnstadt, ohne dabei die großen historischen Routen zu verlassen.

Quellen und weitere Informationen

Comune di Venezia – Castello Est und Via Garibaldi ; Venezia Unica – Castello.

Karte und Route

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