Scuola Dalmatà San Giorgio degli Schiavoni Museum
Ehemalige dalmatinische Bruderschaft von Castello, berühmt für den von Vittore Carpaccio gemalten Zyklus.
Scuola Dalmata, Carpaccio in seinem ursprünglichen Rahmen
Die Scuola Dalmata dei Santi Giorgio e Trifone, auch Scuola di San Giorgio degli Schiavoni genannt, befindet sich im Sestiere Castello, unweit von San Zaccaria und dem Arsenal. Diese alte Bruderschaft vereinte die in Venedig ansässigen oder durchreisenden Dalmatiner, eine Gemeinschaft, die eng mit der Seefahrtsgeschichte der Republik verbunden war.
Gegründet 1451 mit Genehmigung des Rats der Zehn, diente sie den Seeleuten, Handwerkern und Kaufleuten von der Ostküste der Adria als Ort des Gottesdienstes, der Unterstützung und der Begegnung. Im 16. Jahrhundert umgestaltet, trägt ihre Fassade unter anderem ein Relief des heiligen Georgs, der den Drachen tötet, des Schutzpatrons der Bruderschaft.
Carpaccio am ursprünglichen Ort seiner Auftragsarbeit
Der untere Saal beherbergt einen außergewöhnlichen Zyklus von Vittore Carpaccio aus dem frühen 16. Jahrhundert, der hauptsächlich dem heiligen Georg, dem heiligen Tryphon und dem heiligen Hieronymus gewidmet ist. Die großen Leinwände umgeben den Besucher auch heute noch in dem relativ intimen Raum, für den sie geschaffen wurden.

Carpaccio entfaltet hier eine äußerst präzise narrative Kunst: imaginäre Architekturen, Kostüme, Tiere, Nebenhandlungen und orientalische Horizonte ergeben ein Venedig, das zur Adria und zum Orient hin offen ist. Der heilige Georg und der Drache und Der heilige Augustinus in seiner Studierstube gehören zu den berühmtesten Szenen.
Jede Komposition lässt sich wie eine spektakuläre Erzählung lesen und dann in ihren kleinsten Details betrachten. Die legendenhaften Episoden nehmen so die Gestalt fast vertrauter Szenen an, bevölkert von Figuren, die in ihre Beschäftigungen vertieft sind, von manchmal beunruhigenden Tieren und von Objekten, die mit bemerkenswerter Präzision dargestellt sind.


Die Scuola ermöglicht auch, die Rolle der in Venedig integrierten ausländischen Gemeinschaften zu verstehen. Sie besaßen ihre Statuten, ihre Schutzheiligen, ihre Netzwerke der gegenseitigen Hilfe und ihre Repräsentationsorte, während sie vollständig am wirtschaftlichen, religiösen und maritimen Leben der Stadt teilnahmen.
Der Besuch ist kurz, aber für Liebhaber der venezianischen Malerei unerlässlich. Er ergänzt hervorragend San Zanipolo, San Francesco della Vigna und einen Rundgang zum Arsenal. Hier entdeckt man Carpaccio nicht in einer weitläufigen Galerie, sondern nur wenige Meter entfernt, im wahren Rahmen seiner Erzählungen.
Quellen und weitere Informationen
Scuola Dalmata dei Santi Giorgio e Trifone – offizielle Website ; Scuola Dalmata – Geschichte der Bruderschaft ; Scuola Dalmata – Werke und Räume ; Venezia Unica – Scuola Dalmata.
Karte und Route
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Im Sestiere Castello