Arsenal von Venedig Denkmal
Ehemaliger Marinekomplex der Republik, industrielles und militärisches Herz, ist dieser Teil von Castello heute teilweise mit der Biennale verbunden. Rund um die Mauern des Arsenals entwickelte sich ein Arbeiterviertel, das von Arbeitern, Seeleuten und Handwerkern bewohnt wurde, die mit der Flotte verbunden waren. Diese Geschichte erklärt noch immer die besondere Atmosphäre im Osten Venedigs, der eher wohnlich und weniger aristokratisch ist als die zentralen Ufer des Canal Grande.
Arsenal von Venedig, maritime Fabrik der Republik
Das Arsenal von Venedig nimmt eine immense befestigte Fläche im Sestiere Castello ein. Hinter seinen Backsteinmauern erstrecken sich Becken, innere Kanäle, Hellinge, Lagerhäuser, Werkstätten und lange Hallen, die einst dem Schiffbau dienten. Der Ort erinnert daran, dass die venezianische Macht nicht nur auf ihren Kaufleuten und Palästen beruhte, sondern auch auf einer industriellen Organisation, die eine ganze Flotte bauen, ausrüsten und instand halten konnte.
Seine Ursprünge reichen bis in den Anfang des 12. Jahrhunderts zurück, auch wenn das traditionelle Datum 1104 nicht auf einem sicheren Beweis beruht. Der erste Kern wurde nach und nach erweitert, während Venedig seine Kontrolle über die Adria und das östliche Mittelmeer verstärkte. Zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert entstanden nacheinander das Arsenale Nuovo und dann das Arsenale Nuovissimo mit neuen Darsena und spezialisierten Gebäuden.
Der Komplex bildete schließlich eine wahre Stadt in der Stadt, geschützt durch fast drei Kilometer Stadtmauer. Der Zugang zu den Werkstätten war streng kontrolliert, da die Bautechniken, Holzvorräte, Waffen und Schiffspläne direkt mit der Sicherheit des Staates zusammenhingen. Das Arsenal war daher zugleich eine Werft, ein strategisches Lager und eines der wichtigsten Machtinstrumente der Republik.
Staatliche Industrie vor dem Industriezeitalter
In Zeiten voller Aktivität konnte das Arsenal bis zu etwa zweitausend Arbeiter pro Tag beschäftigen. Diese Arsenalotti bildeten eine qualifizierte und nach Berufen organisierte Belegschaft: Schiffsbauer, Kalfater, Schmiede, Riemenhersteller, Segelmacher, Seiler oder Gießer. Ihr Status gewährte ihnen gewisse Privilegien, brachte aber auch besondere Pflichten gegenüber der Republik mit sich.
Die Arbeit war auf spezialisierte Werkstätten verteilt und in großem Maßstab koordiniert. Die Rümpfe bewegten sich durch die verschiedenen Sektoren der Werft, wo sie nacheinander Takelage, Ruder, Seile, Waffen, Vorräte und Besatzung erhielten. Diese Organisation war noch kein Fließband im modernen Sinn, beruhte aber bereits auf der Standardisierung vieler Teile, der Arbeitsteilung und der Bildung von einsatzbereiten Vorräten.
Die gewaltigen Corderie (Seilereien), die zwischen 1579 und 1585 nach einem Entwurf von Antonio da Ponte wiederaufgebaut wurden, ermöglichten die Herstellung der langen Seile, die für die Schiffe benötigt wurden. Andere Gebäude waren für Ruder, Segel, Anker, Kanonen, Schießpulver oder das Pech reserviert, mit dem die Rümpfe wasserdicht gemacht wurden. Dante hatte bereits zu Beginn des 14. Jahrhunderts das kochende Pech des „arzanà de' Viniziani“ im XXI. Gesang der Hölle erwähnt, ein Zeichen dafür, dass die Aktivität der Werft weit über die Lagune hinaus bekannt war.
Das Arsenal baute übrigens nicht alle venezianischen Schiffe. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts widmete es sich hauptsächlich den Kriegs- und Transportergaleeren, die vom Staat kontrolliert wurden, während viele größere Handelsschiffe noch in privaten Werften in der ganzen Stadt gebaut wurden.
Die Porta Magna und die neuen Gesichter des Arsenals
Die Porta Magna, auch Landtor genannt, wurde gegen Mitte des 15. Jahrhunderts errichtet. Ihr Marmorbogen, der von der Antike inspiriert ist, gilt als eine der ersten großen Manifestationen der Renaissance-Architektur in Venedig. Vor einem überwiegend produktiven Gelände gelegen, verwandelte sie den Eingang der Werft in eine offizielle Repräsentation der Seemacht der Republik.
Die steinernen Löwen vor dem Tor verstärken diese Inszenierung. Mehrere stammen aus griechischen Gebieten, die von Venedig erobert wurden. Der bekannteste, Ende des 17. Jahrhunderts aus dem Hafen von Piräus gebracht, trägt an seinen Flanken noch Runeninschriften, die vermutlich im 11. Jahrhundert von Skandinaviern in byzantinischen Diensten eingraviert wurden. Der Eingang vereint so auf wenigen Metern griechische Antike, Wikinger-Erinnerung und venezianische Propaganda.
Nach dem Fall der Republik im Jahr 1797 behielt das Arsenal unter französischer und österreichischer Herrschaft sowie später bei der italienischen Marine weiterhin marine Funktionen. Im 19. Jahrhundert wurde der Komplex tiefgreifend umgestaltet, um neue Becken und Schiffe größerer Dimensionen aufzunehmen. Einige Teile sind auch heute noch militärischen, institutionellen oder technischen Zwecken vorbehalten.
Fotogalerie
Quellen und weitere Informationen
Comune di Venezia – Storia dell'Arsenale ; La Biennale di Venezia – Arsenale ; Marina Militare – venezianisches Marineerbe ; Venezia Unica – Castello.
Karte und Route
Im Sestiere Castello