Kirche der Zitelle Kirche
Kirche und ehemalige Zufluchtsstätte für arme junge Mädchen, deren Architektur lange Zeit Palladio zugeschrieben wurde.
Die Zitelle, zwischen Wohltätigkeit und Architektur
Offiziell ist sie Santa Maria della Presentazione geweiht, doch die Kirche, die Zitelle genannt wird, gehört zu einem weitläufigen karitativen Komplex, der 1561 gegründet wurde, insbesondere auf Initiative des Jesuiten Benedetto Palmio. Die Einrichtung nahm junge Mädchen aus armen Familien auf, die als besonders gefährdet galten, in die Prostitution abzurutschen. Sie erhielten dort eine religiöse und praktische Erziehung und lernten vor allem Nähen, Sticken und Klöppeln, um arbeiten zu können oder, wenn möglich, mit einer Mitgift zu heiraten.
Die ersten Bewohnerinnen wurden bereits 1561 aufgenommen, doch die heutige Kirche wurde später erbaut: Der Grundstein wurde 1581 gelegt, und die Weihe erfolgte 1588. Eingefügt zwischen die Flügel des ehemaligen Hospitals, zeichnet sie sich vom Becken von San Marco aus durch ihre klassische Fassade, ihr großes Rundbogenfenster, ihre Kuppel und ihre zwei kleinen Glockentürme aus.
Im Inneren sind mehrere Werke erhalten, die mit der Geschichte der Einrichtung verbunden sind. Das Altarbild des Hauptaltars, die Darstellung Marias im Tempel, entstand um 1586; seine Zuschreibung war selbst zwischen Leandro und Francesco Bassano umstritten. Das Thema griff direkt die Bestimmung der Kirche auf und zeigte den jungen Bewohnerinnen die Figur Marias als Vorbild der Tugend.
Zusammen mit dem Redentore im Westen und San Giorgio Maggiore auf der anderen Seite des Wassers tragen die Zitelle zur bemerkenswerten architektonischen Inszenierung des Beckens von San Marco bei. Ihre Fassade markiert das östliche Ende der Giudecca und ist besonders vom Molo von San Marco und den Zattere aus sichtbar.
Besuch: Die Kirche hat nicht so regelmäßige tägliche Öffnungszeiten wie die wichtigsten venezianischen Denkmäler. Der Zugang ist möglicherweise nur zu besonderen Öffnungszeiten, bei Veranstaltungen oder nach Vereinbarung möglich; es wird daher empfohlen, die Besuchsmöglichkeiten vor Ort zu überprüfen.
Quellen und Informationen
Palladio Museum – Chiesa delle Zitelle ; Treccani – Die Fürsorgeeinrichtungen in der Geschichte Venedigs ; Gioielli Nascosti di Venezia – Presentazione di Maria al Tempio.
Karte und Route
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