Gemüsegarten des Redentore-Klosters Garten

Großer Klostergarten hinter der Kirche von Redentore, mit Gemüsegarten, Weinreben und Blick auf die südliche Lagune.

Der Garten des Klosters, eine Oase hinter der Kirche

Lange Zeit den Blicken der Besucher völlig entzogen, erstreckt sich der Garten des Redentore-Klosters hinter der Palladio-Kirche auf etwa einem Hektar, vom Klosterkomplex bis zur Lagune. Seit dem Ende des 16. Jahrhunderts gehört er zur Welt der Kapuziner, die sich nach dem Bau der Kirche in deren Nähe niederließen. Mehr als nur ein Ziergarten, verband er traditionell Anbauflächen, Obstgärten, Heilpflanzen und Orte der Stille und Meditation.

Seine Anordnung bewahrt den Geist der alten Klostergärten. Orthogonale Wege teilen die Anbauflächen, während Olivenbäume, Reben und Obstbäume neben Gemüse, Kräutern und Blumen stehen. Der Garten besitzt auch einen Erben des traditionellen Hortus simplicium, den „Garten der einfachen Pflanzen“, in dem die Mönche Pflanzen für ihre medizinischen Eigenschaften anbauten. Heute findet man dort insbesondere Salbei, Rosmarin, Lavendel, Strohblume, Oregano, Borretsch oder Beifuß, neben Feigenbäumen, Granatapfelbäumen, Maulbeerbäumen, Quittenbäumen und anderen Obstbäumen.

Ein restaurierter Garten zwischen Kloster und Lagune

Das Gelände war durch die Zeit und die Acqua Granda vom 12. November 2019 stark in Mitleidenschaft gezogen worden, als die Flut in Venedig 187 cm erreichte. Ab 2021 wurde der Komplex der Venice Gardens Foundation anvertraut, die die Restaurierung des Gartens sowie seiner alten Bauten in Angriff nahm: Gewächshaus, Werkstätten, kleine Meditationskapelle, Ölmühle und Räume für die Imkerei. Auch ein Bienenstock wurde wiederhergestellt.

Eines der charakteristischsten Elemente ist die lange Pergola, die in der symbolischen Form eines Kreuzes angeordnet ist, eine Anordnung, die bereits Ende des 17. Jahrhunderts dokumentiert ist. Mit Reben, Kletterrosen und Glyzinien bewachsen, strukturiert sie die Hauptwege und führt zu einem Becken in der Mitte des Gartens. Weiter südlich bildet ein schattigerer Bereich fast einen geheimen Garten am Rande der Lagune und bietet einen markanten Kontrast zur monumentalen Fassade der Redentore-Kirche, die zum Giudecca-Kanal hin ausgerichtet ist.

Der Garten erinnert so an eine oft vergessene Facette Venedigs: Hinter den Steinfassaden gab es auch landwirtschaftliche und klösterliche Bereiche, in denen ein Teil der Nahrung, Heilpflanzen, Öl oder Honig hergestellt wurde. Auf der Giudecca, wo Urbanisierung und Industrialisierung die Landschaft seit dem 19. Jahrhundert tiefgreifend verändert haben, bewahrt der Redentore eines der bemerkenswertesten Zeugnisse dieser Tradition.

Besichtigung: Der Garten ist nun zu regelmäßigen Terminen und Zeiten öffentlich zugänglich, die je nach Jahreszeit variieren, und nicht mehr nur bei außergewöhnlichen Öffnungen. Der Eintritt ist kostenpflichtig. Es wird empfohlen, die aktuellen Öffnungstage und -zeiten auf der Website der Venice Gardens Foundation zu überprüfen, bevor man sich auf den Weg macht.

Quellen und Infos

Venice Gardens Foundation – Orto Giardino del Redentore ; Venice Gardens Foundation – botanische Restaurierung und Gestaltung des Gartens ; Comune di Venezia – Öffnung des Hortus Redemptoris für die Öffentlichkeit.

Karte und Route

In der Nähe von Gemüsegarten des Redentore-Klosters und Orte im Stadtviertel

Auf der Insel La Giudecca

Alle Orte im Stadtviertel La Giudecca ansehen

Unterkünfte in der Nähe