Santa Maria dei Miracoli Kirche

Kleine Kirche der venezianischen Renaissance, vollständig mit polychromen Marmoren verkleidet.

Santa Maria dei Miracoli, Venezia 01

Santa Maria dei Miracoli, ein Kleinod aus Marmor

Im Sestiere von Cannaregio, in der Nähe des Rio dei Miracoli, taucht Santa Maria dei Miracoli hinter der Ecke der Gassen auf. Ihre bescheidenen Dimensionen verstärken den Überraschungseffekt: Mit ihren Fassaden aus hellem und farbigem Marmor gleicht die Kirche einem kostbaren Kästchen, das zwischen den Häusern und dem Kanal steht.

Sie wurde zwischen 1481 und 1489 nach einem Entwurf von Pietro Lombardo unter Beteiligung seiner Werkstatt errichtet. Der Bau war eine Antwort auf die Verehrung, die ein Bild der Madonna mit Kind hervorgerufen hatte. Das Bild war zuvor in einer Nische an der Straße aufgestellt und ihm wurden Wunder zugeschrieben. Das verehrte Bild befindet sich noch heute auf dem Hauptaltar.

Anders als viele venezianische Kirchen, die im Laufe der Jahrhunderte umgestaltet wurden, wurde Santa Maria dei Miracoli in einem kurzen Zeitraum entworfen und dekoriert. Sie bewahrt so eine seltene stilistische Einheit und ist ein besonders kohärentes Zeugnis der frühen venezianischen Renaissance.

Außen strukturieren Pilaster, Blendarkaden, Gesimse, Scheiben und geometrische Einlegearbeiten die Flächen. Polychrome Marmore, roter Porphyr und grüner Serpentin bilden ein Dekor, in dem Architektur und Skulptur einander entsprechen. Die große halbkreisförmige Krönung der Fassade unterstreicht ihren besonderen Charakter.

Ein in Marmor gehauenes Inneres

Das einschiffige Langhaus führt zu einem stark erhöhten Presbyterium, das über eine breite Marmortreppe zugänglich ist, die von zwei Ambonen flankiert wird. Balustraden, Reliefs und Einlegearbeiten verleihen dem Ganzen eine fast bildhauerische Präzision. Über dem Eingang ist die ehemalige Nonnenempore der Klarissen des benachbarten Klosters erhalten, die früher durch einen erhöhten Gang, der heute verschwunden ist, mit diesem verbunden war.

Auch das große Tonnengewölbe verdient Aufmerksamkeit: Seine Kassettendecke aus vergoldetem Holz enthält fünfzig bemalte Tafeln, die Propheten und Patriarchen darstellen und Pier Maria Pennacchi und seinen Mitarbeitern zugeschrieben werden. Die vier in den Pendentifs geschnitzten Evangelisten vervollständigen die Dekoration des Presbyteriums.

Das heutige Erscheinungsbild verdankt sich auch der Restaurierung, die von 1987 bis 1997 durchgeführt wurde. Die Marmore, die insbesondere durch Feuchtigkeit und Salze geschwächt worden waren, wurden gereinigt, entsalzt und gefestigt. Der Besuch bleibt kurz, aber dicht: Fassade, Chortreppe, Reliefs, Decke und das Licht auf den Marmoren offenbaren eine intime venezianische Renaissance, die sich deutlich von den großen Basiliken der Stadt unterscheidet.

Quellen und weiterführende Informationen

Chorus Venezia - Santa Maria dei Miracoli ; Save Venice - Santa Maria dei Miracoli ; UNESCO - Restaurierung von Santa Maria dei Miracoli.

Karte und Route

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