Sant'Erasmo und Lazzaretto Stadtviertel Insel
Sant'Erasmo wird auch als Gemüsegarten Venedigs bezeichnet und ist die größte landwirtschaftlich genutzte Insel der Lagune. Sie ist bekannt für ihre violetten Artischocken und beliebt für lange Spaziergänge zu Fuß oder mit dem Fahrrad.
Sant'Erasmo, der Gemüsegarten Venedigs
Weniger bekannt bei eiligen Besuchern, ist Sant'Erasmo eine der größten Inseln der Lagune und die größte im nördlichen Teil. Abseits der stark urbanisierten Landschaften von Venedig, Murano oder Burano bietet sie ein fast ländliches Bild: Felder, Gemüsegärten, Obstgärten und Weinberge nehmen noch einen großen Teil ihres Territoriums ein. Diese landwirtschaftliche Ausrichtung hat ihr seit langem die Beinamen Orto di Venezia, der Gemüsegarten Venedigs, eingebracht.
Die Landwirtschaft prägt hier sowohl die Landschaft als auch die Geschichte. Bereits Ende des 16. Jahrhunderts beschrieb Francesco Sansovino Sant'Erasmo als eine Insel, reich an Gemüsegärten und Weinbergen, die Venedig reichlich versorgten. Über Jahrhunderte wurden Gemüse und Obst auf Booten geladen, um insbesondere die Märkte am Rialto zu erreichen. Diese Funktion ist auch heute noch deutlich sichtbar, auch wenn die Betriebe weniger geworden sind und die ständige Bevölkerung der Insel begrenzt bleibt.
Die charakteristische Spezialität von Sant'Erasmo ist der carciofo violetto, die violette Artischocke, die auf den salzhaltigen Böden der Lagune angebaut wird. Am begehrtesten sind die castraure: die erste Knospe, die jede Pflanze hervorbringt und im Frühjahr geschnitten wird, um die Entwicklung der folgenden Artischocken zu fördern. Klein, zart und leicht bitter, werden sie roh, frittiert oder nach verschiedenen venezianischen Rezepten zubereitet und sind eines der charakteristischsten landwirtschaftlichen Produkte der Lagune.
Auch die Weinrebe hat auf der Insel wieder einen sichtbaren Platz gefunden. Mehrere Parzellen wurden in den letzten Jahrzehnten neu bepflanzt oder aufgewertet und knüpfen damit an eine alte Weintradition an. Sant'Erasmo bleibt somit ein produktives Gebiet und nicht nur eine ländliche Landschaft, die allein wegen ihres Aussehens gepflegt wird.
Eine andere Art, die Lagune zu entdecken
Die Insel eignet sich besonders gut zum Wandern und vor allem zum Radfahren. Die Straßen und Wege durchqueren die Felder, führen streckenweise an flachen Gewässern entlang und eröffnen Blicke auf die barene, diese für die Lagune charakteristischen niedrigen Ländereien. Der Kontrast zum historischen Zentrum ist radikal: hier gibt es wenige Denkmäler, aber lange Ausblicke, verstreute Bauernhöfe und ein viel direkteres Verhältnis zwischen Land und Wasser.
Sehenswürdigkeiten auf Sant'Erasmo und in der Umgebung
- Die Torre Massimiliana: eine runde österreichische Festung, erbaut 1843-1844, restauriert und heute unter anderem für Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen genutzt.
- Die Insel Lazzaretto Nuovo: in der Nähe von Sant'Erasmo gelegen, besitzt diese ehemalige Quarantänestation heute ein Ökomuseum, archäologische Zeugnisse und einen Rundgang, der der Gesundheits- und Naturgeschichte der Lagune gewidmet ist.
Die Felder und Weinberge von Sant'Erasmo
Genannt Orto di Venezia, der „Gemüsegarten Venedigs“, bietet Sant'Erasmo auf einem großen Teil seiner Fläche eine offene Agrarlandschaft, die aus Gemüsefeldern, Artischockenfeldern, Weinbergen und Obstgärten besteht. Diese ländliche Umgebung, ungewöhnlich nur wenige Kilometer vom historischen Zentrum entfernt, ist einer der Hauptgründe, die Insel zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erkunden.
Die Weinrebe, die in der Lagune seit langem angebaut wird, erlebt ebenfalls ein wiederauflebendes Interesse. Die Aufwertung alter Rebsorten wie der Dorona trägt seit einigen Jahrzehnten zur Weinrenaissance der venezianischen Inseln bei, insbesondere auf Sant'Erasmo und Mazzorbo.
Besuch: Die Straßen und Wege der Insel ermöglichen es, die landwirtschaftlichen Gebiete frei zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erkunden und Gemüsegärten, Weinberge und noch aktive Betriebe zu beobachten.
Der Strand von Bacàn
Im östlichen Teil von Sant'Erasmo, in der Nähe der Torre Massimiliana, bildet der Bacàn einen kleinen Sandstrand, der sich stark von den Badeanstalten des Lido unterscheidet. Er ist ein angenehmer Zwischenstopp am Ende einer Radtour durch die Felder und wird traditionell an schönen Tagen von den Venezianern besucht.
Besuch: freier Zugang; das Gelände ist kaum ausgebaut und eignet sich eher für eine einfache Rast als für einen Tag in einer ausgestatteten Badeanstalt.
Quellen und weitere Informationen
Venezia Unica - Sant'Erasmo ; Slow Food - Sant'Erasmo, Artischocken und Weinberge ; Comune di Venezia - Violette Artischocke von Sant'Erasmo ; Ecomuseo dei Lazzaretti Veneziani - Lazzaretto Nuovo.
Orte in Sant'Erasmo und Lazzaretto
2 Orte in diesem Stadtviertel.
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Insel
Insel Lazzaretto Nuovo
Ehemalige Quarantänestation der Republik Venedig, heute ein archäologisches und natürliches Ausflugsziel.
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