San Stae Kirche

Kirche in Santa Croce, die auf den Canal Grande hinausgeht und für ihre barocke Fassade und ihre Gemälde aus dem 18. Jahrhundert bekannt ist. San Stae fügt sich leicht in einen Spaziergang zwischen Ca’ Pesaro, dem Fontego dei Turchi, dem Palazzo Mocenigo und San Giacomo dall’Orio ein. Durch ihre Architektur und ihre Sammlungen verleiht sie dem Viertel eine besonders starke künstlerische Präsenz am Canal Grande.

église San Stae à Venise 01

San Stae, der Barock am Canal Grande

Die Kirche San Stae zeichnet sich durch ihre Fassade aus, die direkt auf den Canal Grande ausgerichtet ist, am Rande eines kleinen Campo, das sich zum Wasser hin öffnet. Im Sestiere Santa Croce ist sie einer der Orte, an denen die religiöse Architektur offenbar dafür gedacht war, sowohl von den Booten als auch von den Straßen der Stadt aus bewundert zu werden.

Der Name ist die venezianische Form von San Eustachio, dem heiligen Eustachius, einem römischen Offizier, der der Tradition nach zum Christentum konvertierte. Eine Kirche existierte hier bereits seit dem Mittelalter, aber das heutige Gebäude ist das Ergebnis eines fast vollständigen Wiederaufbaus, der 1678 begann. Das Projekt wurde Giovanni Grassi anvertraut, einem ansonsten wenig dokumentierten Architekten, der einen schlichten und kohärenten Innenraum entwarf, der vom Einfluss Palladios geprägt ist.

Das einschiffige Langhaus wird von drei Kapellen auf jeder Seite flankiert und führt zu einem besonders gemäldereichen Presbyterium. Diese klare Anordnung vermeidet den Eindruck der Überladenheit, den manche Barockinterieurs erzeugen können: Die Altäre, Skulpturen und Gemälde bleiben lesbar und fügen sich in eine Architektur mit ausgewogenen Proportionen ein.

Eine Fassade wie eine Bühne am Canal Grande

Die monumentale Fassade wurde 1709 dank des Vermächtnisses von Alvise II. Mocenigo, Dogen von Venedig von 1700 bis 1709, hinzugefügt. Ein Architekturwettbewerb wurde organisiert und von Domenico Rossi gewonnen, dessen Entwurf mehreren anderen Vorschlägen vorgezogen wurde. Die Arbeiten wurden um 1710 abgeschlossen.

Rossi komponierte eine Fassade aus weißem Stein, strukturiert durch Säulen, Nischen, einen großen Giebel und reiches skulpturales Dekor. Mehrere bedeutende Künstler wirkten daran mit, darunter Giuseppe Torretto, Antonio Tarsia, Pietro Baratta und Antonio Corradini. Die Heiligenfiguren, Engel und Reliefs verleihen dem Ganzen eine fast theatralische Tiefe, die durch die wechselnden Spiegelungen des Kanals noch verstärkt wird.

Diese Fassade ist also nicht einfach eine nachträglich hinzugefügte Verkleidung der Kirche: Sie behauptet ihre Präsenz in der zeremoniellen Landschaft des Canal Grande. Vom Vaporetto aus erscheint sie zwischen den Palästen wie eine regelrechte öffentliche Kulisse, die dazu bestimmt ist, zugleich den Glauben, die Großzügigkeit des Auftraggebers und das künstlerische Prestige Venedigs zu verkünden.

Der Innenraum bewahrt eines der interessantesten Ensembles zum Verständnis der venezianischen Malerei des frühen 18. Jahrhunderts. Rund um das Presbyterium sind zwölf kleine Leinwände zu den Aposteln angeordnet, die bei mehreren Künstlern in Auftrag gegeben wurden, die sich damals gerade etablierten. Diese Wahl ermöglicht es heute, sehr unterschiedliche Stile im selben Raum zu vergleichen.

Zu den bedeutendsten Werken gehören das Martyrium des heiligen Bartholomäus, 1722 von dem jungen Giambattista Tiepolo gemalt, das Martyrium des heiligen Jakobus von Giambattista Piazzetta und die Befreiung des heiligen Petrus von Sebastiano Ricci. Die Kirche bewahrt außerdem Werke von Antonio Balestra, Jacopo Amigoni, Francesco Migliori und Giuseppe Angeli.

In der Mitte des Fußbodens markiert eine große Grabplatte die Grabstätte der Familie Mocenigo und erinnert an die enge Verbindung zwischen der Kirche und dieser mächtigen Patrizierdynastie. Die Dekoration von San Stae verbindet so Frömmigkeit, Familiengedächtnis und Kunstmäzenatentum – drei Dimensionen, die in den Kirchen der Republik Venedig oft untrennbar sind.

Der Besuch bleibt relativ kurz, aber besonders dicht. Vom Campo oder vom Vaporetto aus beobachtet man zunächst die Fassade und ihren Dialog mit dem Wasser; im Inneren kann sich der Blick dann auf die Kapellen, das Presbyterium und die Gemälde konzentrieren – in einem Gebäude, das weniger weitläufig und weniger überladen ist als manche bekannteren Barockkirchen.

Galerie

Quellen und weitere Informationen

Chorus Venezia – San Stae ; Venezia Unica – Santa Croce.

Karte und Route

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