Fontego dei Turchi Museum

Ehemaliges Lager- und Wohnhaus der osmanischen Kaufleute, im 19. Jahrhundert restauriert und heute Naturkundemuseum. Der Besuch verbindet die Handels- und Weltstadtgeschichte des Palastes mit den Naturwissenschaften.

Fondaco dei Turchi, Venezia

Fontego dei Turchi, Handel und Naturgeschichte

Das Fontego dei Turchi liegt am Canal Grande im Sestiere Santa Croce, in der Nähe von San Stae. Seine lange weiße Fassade mit Arkaden erinnert an die alten venezianischen case-fondaco, die Wohnräume, Lager und Geschäftsräume vereinten. Sein heutiges Aussehen ist jedoch weitgehend das Ergebnis einer Rekonstruktion aus dem 19. Jahrhundert und entspricht nicht genau dem mittelalterlichen Palast.

Vom Palazzo Pesaro zum osmanischen Fondaco

Das erste Gebäude wurde in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts von Giacomo Palmieri, einem Vorfahren der Familie Pesaro, errichtet. 1381 an die Republik Venedig verkauft, diente es unter anderem als prestigeträchtige Residenz für Herrscher und ausländische Gäste. Im Jahr 1621 wies die Serenissima ihn den Kaufleuten aus dem Osmanischen Reich zu: So wurde er zum Fontego dei Turchi, eine Funktion, die er bis ins 19. Jahrhundert behielt.

Wie die anderen fondachi erlaubte das Gebäude ausländischen Händlern, zu wohnen, ihre Waren zu lagern und ihre Geschäfte abzuwickeln. Die osmanischen Kaufleute brachten unter anderem Wachs, Öl, Wolle, Häute und später Tabak. Der Palast umfasste auch einen muslimischen Gebetsraum und Räume für die rituellen Waschungen.

Ein im 19. Jahrhundert weitgehend neu geschaffener Palast

Der im 19. Jahrhundert stark heruntergekommene Fontego wurde 1859 Eigentum der Stadt. Ab 1860 leitete Federico Berchet einen umfassenden Wiederaufbau: Die Mauer wurde entfernt, die beiden Türme und die Zinnen wurden neu geschaffen, wobei man sich insbesondere an alten Darstellungen Venedigs orientierte. Die heutige Fassade vereint also erhaltene mittelalterliche Elemente mit historicistischer Interpretation des 19. Jahrhunderts.

Das Naturkundemuseum

Nachdem der Palast das Museo Correr beherbergt hatte, wurde er 1923 Sitz des Naturkundemuseums von Venedig, das heute Giancarlo Ligabue gewidmet ist. Seine Sammlungen, die über zwei Millionen Exemplare umfassen, decken insbesondere Zoologie und Paläontologie ab. Zu den spektakulärsten Stücken gehören ein Skelett von Ouranosaurus nigeriensis und Überreste von Sarcosuchus imperator, die aus der Sahara stammen.

Quellen und weitere Informationen

Museo di Storia Naturale – Geschichte und Architektur des Fontego dei Turchi ; Museo di Storia Naturale – Geschichte des Museums ; Treccani – ausländische Gemeinschaften und Unterkunftsstrukturen in Venedig ; Venezia Unica – Santa Croce.

Karte und Route

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